Am 18. September 2016 ist wieder Wahl. 2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner sind dann zur Wahl eines neuen Abgeordnetenhauses aufgerufen. Oftmals wird die Wahl zur Qual der Wahl. Jedenfalls für diejenigen, denen das Wohl der »East Side Gallery« besonders am Herzen liegt, haben sich die Initiatoren von #ESG2016 etwas besonderes ausgedacht. Sie haben die Berliner Parteien mit Blick auf die nächste Legislaturberiode zu einem UNESCO-Weltkulturerbe »East Side Gallery« befragt:

»Werden sie sich in der kommenden Wahlperiode dafür einsetzen, dass die East Side Gallery der Kultusministerkonferenz im Rahmen des bevorstehenden UNESCO-Tentativverfahrens als eine der beiden potentiellen Welterbestätten Berlins gemeldet wird?«

Erklärtes Ziel der Initiative #ESG2018, die von den MacherInnen des Portals »East Side Gallery — a Monument to Joy« um Christine Maclean, Managerin der »East Side Gallery« im Jahr 1990, angestoßen wurde, ist ein UNESCO-Weltkultuerbe »East Side Gallery«. Im Rahmen des sogenannten Tentativverfahrens kann jeder Mitgliedslaat der UNESCO im Normalfall alle 10 bis 15 Jahre der UNESCO Vorschläge für potentielle Welterbestätten unterbreiten. Da Deutschland ein föderaler Bundesstaat ist, hat sich in Deutschland ein eigenes Vorverfahren zur Benennung potentieller Welterbestätten herausgebildet. So meldet jedes Bundesland der Kultusministerkonferenz zwei potentielle Welterbestätten. In einem zweiten Schritt entscheidet dann eine von der Kultusministerkonferenz eingesetzte Expertengruppe darüber, welche potentiellen Welterbestätten Deutschland an die UNESCO meldet. Damit ist das Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen. Erst jetzt entscheidet die UNESCO darüber, welches Denkmal würdig ist, das Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe zu tragen.

Wir sehen, bis zu einem UNESCO-Weltkulturerbe »East Side Gallery« ist es noch ein weiter Weg. Dennoch sind die Initiatoren der Initiative #ESG2018 guter Dinge. Hatte doch bereits im Frühjahr 2013 Prof. Dr. Leo Schmidt, Denkmalschützer und Gutachter für den Internationalen Council on Monuments and Sites (ICOMOS) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Denkmalpflege an der BTU Cottbus-Senftenberg, in einem Interview der Berliner Zeitung erklärt, dass die UNESCO nur darauf warte, dass Deutschland die »East Side Gallery« als ehemaliges Teilstück der Berliner Mauer endlich zum UNESCO-Weltkulturerbe vorschlage.